Wenige Tage vor dem DFB-Pokal-Kracher (11. August 2019) um 18.30 Uhr gegen den Hamburger SV sind die Gedanken beim Chemnitzer FC schwer zu fokussieren. Es brennt an gleich mehreren Ecken und das ist natürlich etwas, was vor einem so schweren Pokalspiel nicht unbedingt als hilfreich bezeichnet werden kann. Die bittere Wahrheit allerdings ist: Das Aus im DFB-Pokal wäre aktuell wohl das kleinste Problem an der Gellertstraße.

Aktuell beschäftigen den Verein nämlich ganz andere Sorgen. Zum einen finanziell, da die Lage um den Verein offenbar schlimmer steht als zunächst gedacht. Zum anderen aber auch in personeller und sportlicher Hinsicht. Ungeschönt bedeutet das: Beim CFC steht man kurz vor einem echten Dilemma.
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Finanzielle Schieflage beim Chemnitzer FC

Die erste große Baustelle für den gesamten Verein ist die finanzielle Ausgangslage. Bereits vor einigen Wochen wurde bekannt, dass sich der Chemnitzer FC in einer großen finanziellen Schieflage befindet. Bis vor wenigen Tagen dachte man auf Seiten des Clubs aber offenbar, dass hiervon lediglich der e.V. betroffen sei. Die Abteilung Profifußball ist hier, wie bei anderen Vereinen auch, schon längst in eine GmbH umgewandelt worden. Als GmbH wähnte sich der CFC also in Sicherheit und verkündete, dass keinerlei Beeinträchtigungen für den Profi-Betrieb zu befürchten sind. Doch jetzt kommt heraus: Ganz so einfach ist es nicht.

Tatsächlich wurde bereits im letzten Jahr die Lizenz für die 3. Liga nur mit allergrößter Mühe erhalten. In der kommenden Spielzeit dürfte dies im Falle einer Insolvenz des e.V. allerdings schwer werden. Die Statuten des DFB sehen eine Vergabe in diesem Fall nicht vor. Jetzt muss der CFC also an frisches Geld herankommen, was offenbar von einem Investor beigesteuert werden soll. Dieser soll die Anteile des e.V. an der GmbH übernehmen. Problem: Chemnitz verlangt, dass sich der Investor bereits seit mehr als 20 Jahren im Club engagiert. Ob sich ein derart zahlungskräftiger Anhänger begeistern lassen wird, ist mehr als fraglich.

Sportliche Krise bei den Himmelblauen

Sicherlich attraktiver wäre ein Investment, wenn es sportlich Anzeichen für bevorstehende Erfolge geben würde. Die sind an der Gellertstraße aktuell aber beim besten Willen nicht zu erkennen. Stattdessen geht es in Liga drei derzeit genau in die andere Richtung. Noch der beste Auftritt war der erste Spieltag, als zuhause ein 1:1 gegen Waldhof Mannheim eingefahren werden konnte. Diese Punkteteilung war für die Elf von Christian Bergner bisher aber das einzig Zählbare in der Saison.

Schon am zweiten Spieltag kassierten die Chemnitzer eine 2:3 Niederlage bei Viktoria Köln, ehe gegen Meppen (2:4) und den Hallescher FC (1:3) ebenfalls Pleiten geschluckt wurden. Es ist überflüssig zu erwähnen, dass insbesondere die Defensiv-Abteilung horrende Lücken aufweist.

Causa Daniel Frahn – wird der Fall zum Eigentor für den CFC?

Die dritte große Baustelle auf Seiten der Himmelblauen ist derzeit der ehemalige Leitwolf Daniel Frahn. Bereits im Zusammenhang mit den Kontroversen zur Trauerfeier zu Ehren von Thomas Haller hatte sich Frahn bei der sportlichen Führung eher unbeliebt gemacht, nachdem er im Anschluss an einen Treffer ein T-Shirt der Hooligan-Szene hochgehalten hatte. Frahn selbst erklärte damals, er habe nicht gewusst, dass es sich bei diesem Shirt um ein so brisantes Thema handeln würde.

Mittlerweile erscheint diese Aussage in einem anderen Licht, denn Frahn war zuletzt im Fanblock der Chemnitzer in unmittelbarer Nähe zu vermeintlich rechtsgesinnten Fans gesichtet. Dieses Mal ließ der Vorstand seinen Kapitän nicht so einfach von der Leine und erklärte stattdessen Frahns Rauswurf. Eine Entscheidung, die noch Folgen haben dürfte. Zum einen denkt Frahn offenbar über eine Klage gegen seinen alten Verein nach. Zum anderen dürften große Teile der Fans mit dem Torjäger sympathisieren. Für die kommende Partie gegen den Hamburger SV im Pokal wird daher ein Großaufgebot der Polizei vor Ort sein, zusätzlich wurde die Geschäftsstelle in den letzten Tagen bereits durch Ordnungskräfte gesichert. Welche Reaktion von den Zuschauern zu erwarten sein wird: Bisher vollkommen unklar.

Schlechte Vorzeichen für Pokal-Kracher gegen Hamburg

Alle diese Randgeschichten sorgen dafür, dass der Pokal-Kracher gegen den Hamburger SV fast schon in den Hintergrund gerät. Eigentlich bitter, denn zum ersten Mal überhaupt trifft der CFC am kommenden Sonntag auf den Traditionsverein von der Elbe. Die Hamburger bringen eine ganze Menge Potenzial mit nach Sachsen und reisen zudem mit dem Dampf von einer bisher pleitenlosen Saison an. Am ersten Spieltag tat sich die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking beim 1:1 gegen den SV Darmstadt im heimischen Volksparkstadion noch enorm schwer, danach gab es in Nürnberg im Spitzenspiel jedoch einen deutlichen 4:0 Erfolg. Der CFC wird sich vermutlich mächtig ins Zeug legen müssen.

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Chemnitzer FC: Es droht ein großes Dilemma
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