Es geht um RB Leipzig. Es geht um die Einnahmen aus der Fernsehvermarktung. Und hier spielen Sky und DAZN die Hauptrolle. Doch andersherum spielen die Bundesligaclubs die Hauptrolle in den Programmen der Sport-Übertragung. Die Leipziger sind noch in der Champions League vertreten. Sie gewannen nach Hin- und Rückspiel mit insgesamt 4:0 über die Tottenham Hotspur und erreichten damit das Viertelfinale in der Königsklasse. Doch wegen der aktuellen Gesundheitskrise ist der Fußball lahmgelegt. Derzeit ist fraglich, ob es international überhaupt weitergeht. Dass wiederum würde für die Bullen finanzielle Einbußen in Millionenhöhe bedeuten.

Obwohl wir von Ostfußball uns mit RB Leipzig sehr verbunden fühlen, möchten wir die anderen deutschen Clubs, die noch in Europa vertreten sind oder es waren, nicht vergessen. Gemeint sind der FC Bayern München, Borussia Dortmund, Bayer 04 Leverkusen, der VfL Wolfsburg, Eintracht Frankfurt und Borussia Mönchengladbach. Dass in der 1. Bundesliga wieder gespielt werden wird, dem rechnen Experten eine hohe Chance ein. Doch in der Champions und Europa League, wo diverse Länder involviert sind, ist es bislang noch sehr schwer eine Prognose zu wagen.

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Internationale Starter und die Situation um Sky und DAZN

Wer es in der Bundesliga unter die besten vier schafft, der nimmt an der Champions League teil. Hier wird groß verdient. Und die Plätze bis sieben können zur Teilnahme an der Europa League qualifizieren – auch immer in Abhängigkeit des DFB-Pokal-Gewinners. Die Fleischtöpfe sind dabei schon etwas kleiner. Doch lohnt es sich noch immer. In diesem Zusammenhang sind die Vereine jedoch auf die übertragenden Sender angewiesen. Und genau deswegen stehen jetzt auch Sky und DAZN im Blickpunkt. Denn sollten die internationalen Wettbewerbe komplett abgesagt werden, so würden in der Champions League bis zu 42 Millionen Euro allein an Prämien fehlen. Und dabei sind die Verluste, die durch etwaig fehlende Zuschauereinnahmen anfallen, noch gar nicht eingerechnet.

Bwin Bonus Banner 100 EuroDass die Mannschaften heutzutage doch recht stark von ihren Einnahmen abhängig sind, hat die jüngste Vergangenheit gezeigt. Einige Vereine der ersten beiden Ligen müssten wohl Insolvenz anmelden, wenn die aktuelle Spielzeit nicht zu Ende gespielt werden könnte. Für die international vertretenen Clubs mag es etwas entspannter aussehen. Dennoch sind Sky und DAZN nicht unerheblich für das Einkommen zuständig. DAZN erwägt derzeit die Zahlungen für abgesagte und verschobene Spiele an Sky einzustellen. Da DAZN eine Sublizenz besitzt, würde dies den Pay-TV Sender in größere Schwierigkeiten bringen. Sky wiederum würde die Zahlung gegenüber der UEFA wohl ebenfalls einstellen, sollte keine Gegenleistung in Form von Spielen erbracht werden.

Modellrechnung zur Verteilung von Fernsehgeldern

Bezogen auf die Königsklasse reden wir von folgenden Prämien:

  • Erreichen des Viertelfinales: 10,5 Millionen Euro
  • Erreichen des Halbfinales: 12,0 Millionen Euro
  • Verloren im Finale: 15,0 Millionen Euro
  • Gewonnen im Finale: 19,5 Millionen Euro
  • Aufteilung aus dem Marktpool: 35 Millionen Euro (insgesamt)

Je höher das Ranking in der Vergangenheit, also je mehr der Verein international schon geleistet hat, desto höher der Anteil aus dem Marktpool. So sehen die Zahlen übrigens für die Europa League aus:

  • Erreichen des Achtelfinales: 1,1 Millionen Euro
  • Vorrücken zum Viertelfinale: 1,5 Millionen Euro
  • Erreichen des Halbfinales: 2,4 Millionen Euro
  • Verloren im Finale: 4,5 Millionen Euro
  • Gewonnen im Finale: 8,5 Millionen Euro
  • Aufteilung aus dem Marktpool: 23 Millionen Euro (insgesamt)

Welche Summen fehlen RB Leipzig und Co eventuell

Da die Prämien erst nach Abschluss der Runde ausgezahlt werden, hat RB Leipzig seine 10,5 Millionen Euro für das Erreichen des Viertelfinales noch nicht erhalten. Ob die Bullen es weiterschaffen, ist ungewiss. Aus dem Marktpool würde der Dritte der abgelaufenen Saison 20 Prozent erhalten. Dass wären nochmals 7 Millionen Euro. Zuschauereinnahmen und Prämien für weitere Runden sind unsicher. Schon erhalten hat RB Leipzig 15,25 Millionen Euro als Startgeld, sowie 9,9 Millionen Euro als Prämie in der Gruppenphase. Auch für das Achtelfinale (9,5 Millionen Euro) und über die Koeffizientenliste (5,54 Millionen Euro) gab es schon Zahlungen. Insgesamt kommen die Bullen somit auf Einnahmen von über 40 Millionen Euro. Dagegen steht ein Fehlbetrag, der vermutlich ein ganzes Stück über die Prämie für das Erreichen der nächsten Runde hinausgehen würde.

Da Bayern München die höchste Wahrscheinlichkeit hat im Wettbewerb am weitesten zu kommen und obendrein am meisten von der Marktpool-Aufteilung profitieren würde, ist der Verlust hier am größten. Doch der Rekordmeister hat dafür über die letzten Jahre ein ordentliches Finanzpolster aufgebaut, welches sich in dieser Phase als überaus nützlich erweist.

Rettet Sky letztlich sogar die 1. Bundesliga?

Derzeit scheint es so, dass die Clubs der 1. Bundesliga auf Fernsehgelder in Höhe von 750 Millionen Euro verzichten müssen. Dies ist jedoch der „Worst Case“ – also der schlimmstmögliche Fall in Form eines Spielabbruchs. Die Funke Mediengruppe hat recherchiert, dass Sky sich in Verhandlung mit der DFL befinden soll. Gegenstand dieser Verhandlungen ist eine Vorauszahlung von Fernsehgeldern. Dadurch würde sich die angespannte Situation einiger Clubs lösen. Diesbezüglich ist von „konstruktiven Lösungen“ die Rede. Eventuell wird Sky für die nächste Lizenzvergabe ein Vorteilsangebot unterbreitet, wenn die Medienanstalt in der aktuellen Notlage bereit ist auszuhelfen. Da es diesbezüglich noch keine offizielle Meldung gibt, gehört diese Vermutung bislang nur ins Reich der Spekulationen.

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Was RB Leipzig finanziell von Sky und DAZN zu erwarten hat
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