Kaum ein anderes Thema hat den Fußball in den letzten Monaten so dominiert wie die Arbeit der Video-Assistenten. Diese sollten den Schiedsrichtern eigentlich Arbeit abnehmen und zugleich bei Fehlentscheidungen korrigierend einschreiten. Das jedoch gelingt nicht immer. Insbesondere Dynamo Dresden kann davon seit dem letzten Spieltag ein Lied singen. Obwohl der Club fristgerecht Einspruch gegen die Wertung einlegte, bleibt ein fader Beigeschmack.

Wie der Blick zurück zudem zeigt, war dieser VAR-Einsatz gegen Darmstadt keinesfalls das einzige Einschreiten, welches den Dynamos Nachteile bescherte. Freunde werden die SG und der VAR sicher nicht mehr.

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Ralf Minge: Schaden vom Verein fernhalten

Nach dem 2:3 gegen den SV Darmstadt 98 waren die Köpfe bei Dynamo Dresden Richtung Boden geneigt. Eine Zweitliga-Niederlage ist immer bitter. Insbesondere in diesem Fall tat sie jedoch richtig weh. Immerhin hatten die Dynamos eigentlich in der 72. Spielminute durch Patrick Schmidt den vermeintlichen 3:3 Ausgleichstreffer erzielt. Allerdings nur, bis sich der VAR Florian Badstübner aus Köln meldete. Schiedsrichter Michael Bacher schaute sich den Treffer daraufhin noch einmal am Monitor an und nahm das Tor zurück. Eine Fehlentscheidung, wie sich im Nachhinein herausstellte. Dresden teilte daher am Montag mit, dass man fristgerecht beim DFB Einspruch gegen die Wertung des Spiels eingelegt habe.

Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Minge erklärte die Gründe für den Einspruch:

“Wir haben uns noch einmal in aller Ruhe und mit etwas Abstand zu den Geschehnissen am Freitagabend in Dresden juristischen Rat und regeltechnische Expertise von unabhängigen Experten eingeholt und sind zum Ergebnis gekommen, dass wir das äußerst umstrittene Zustandekommen der Niederlage gegen Darmstadt nicht einfach so hinnehmen können. Wir als Geschäftsführung sind dazu verpflichtet, Schaden von unserem Verein fernzuhalten. Deshalb haben wir am späten Sonntagabend fristgemäß Einspruch gegen die Wertung des Spiels eingereicht, weil unserer Meinung nach laut der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB ein Regelverstoß des Schiedsrichters vorlag und so der Ausgang des Spiels gegen Darmstadt zu unserem Nachteil beeinflusst wurde.“

Eine Reaktion des DFB steht derzeit noch aus, Dresden hat dem Fußball-Bund aber ebenfalls eine Frist für die Beantwortung eingereicht. Auf diese wird das zuständige DFB-Sportgericht vermutlich innerhalb der nächsten Tage reagieren.Bet at Home Bonus Banner 100 Euro

Dynamo Dresden und der VAR: Keine Liebesgeschichte

Dass Dynamo Dresden wieder einmal rund um den Videobeweis betroffen ist, hat mittlerweile schon fast Tradition im Unterhaus. Zur Erinnerung: Hier wurde der Videobeweis erst zum Saisonbeginn eingeführt. Ganze elf Mal war Dynamo schon vom Einschreiten des VAR betroffen. Aber: Die Statistik zeigt, dass die SG keinesfalls immer benachteiligt worden ist. Stattdessen wurden sechs Entscheidungen mit Hilfe des VAR zu Gunsten der Sachsen geändert. In fünf Fällen wurde die Entscheidung zum Nachteil der Dresdner geändert. Verständlich ist die Aufregung aber dennoch. Bereits bei der Niederlage am 8. Spieltag gegen Aue wurde Dresden ein Treffer durch den Videoschiedsrichter aberkannt. Auch damals kam heraus: Diese Entscheidung wurde zu Unrecht getroffen. Bereits zum zweiten Mal also wurde Dresden ein eigentlich regelkonformes Tor wieder genommen.
Für Geschäftsführer Michael Born ist damit der Grundgedanke des Fair-Play nicht erfüllt. Gegenüber der „Bild“ erklärt dieser:

“Damit sind wir in dieser Saison bereits zum zweiten Mal durch das unserer Meinung nach unrechtmäßige Einschreiten des Videoschiedsrichters benachteiligt worden. Durch solche gravierenden Fehlentscheidungen wird der Fair-Play-Gedanke im Fußball mit Füßen getreten.“

Dresden-Legende Kirsten bemängelt fehlende Emotionen

Zuspruch bekommt der Verein von einer alten Legende, die noch immer einen Platz im Herzen der Dynamo-Fans hat – Ulf Kirsten. Der erklärte angesprochen auf den Video-Ärger der Dresdner, dass er das Gefühl habe, es werde mit den Entscheidungen in der letzten Zeit eher schlimmer als besser. Den Einspruch von Dresden könne er vollkommen nachvollziehen, so Kirsten gegenüber der „Bild“. „Wenn in Zukunft jedes Tor regelrecht zerpflückt wird, gehen alle Emotionen verloren. Das macht so einfach keinen Spaß mehr“, so die Stürmer-Legende. In der Tat trifft Kirsten damit einen wunden Punkt. In vielen Fällen müssen die Fans im Stadion und an den Bildschirmen ihren Jubel erst einmal im Zaum halten, wenn ein Treffer erzielt wurde. Nicht selten wird dieser durch den Video-Assistenten doch noch einmal zurückgepfiffen. Besonders störend: Oftmals vergehen mehrere Minuten, bis die Situation mit dem Video-Assistenten geklärt werden kann.

Ganz verabschieden wird sich der Fußball vom VAR so schnell vermutlich erst einmal nicht wieder. Allerdings muss dieser auch mehrere Jahre nach seiner Einführung noch immer dringend überarbeitet werden.

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Dresden und der VAR werden keine Freunde mehr
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