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Die BSG Chemie Leipzig ist wieder da!

BSG Chemie Leipzig in der 4.Liga

Dass es in Leipzig mehr als nur das kommerzielle Projekt RasenBallsport Leipzig, kurz RB Leipzig, im Fußball gibt, sollte allgemein bekannt sein. So konnte man bislang in der Regionalliga Nordost auch noch die Spiele des 1.FC Lokomotive Leipzig besuchen. Seit dem vergangenem Wochenende gesellt sich ein weiterer Leipziger Verein dazu. Die BSG Chemie Leipzig schaffte nämlich den sensationellen Aufstieg in die 4.Liga.

Von einigen Ultras einst vor nunmehr 20 Jahren neu gegründet, stellt die BSG Chemie Leipzig nun den sportlichen Gegenpol zum gekauften Sport durch Red Bull in der ehemaligen Heldenstadt Leipzig dar.  Wer also echte Emotionen bei Fußball in seiner Reinkultur ausleben möchte, findet im altehrwürdigem Alfred-Kunze-Sportpark sicherlich seine neue Heimat. Und schon jetzt sind die Spiele der BSG Chemie gut besucht.

Wir gratulieren an dieser Stelle recht herzlich zum Aufstieg in die Regionalliga Nordost, wo nun auch in der kommenden Spielzeit gleich zweimal das echte Leipziger Derby zwischen Chemie und Lok auf dem Spielplan stehen wird.

FC Carl Zeiss Jena: Mit roten Zahlen in die 3.Liga?

Der FC Carl Zeiss Jena spielt diese Saison in der Regionalliga Nordost Hop oder Top

Mit vollem finanziellem Risiko strebt der FC Carl Zeiss Jena den Aufstieg in die 3.Liga an. Bisher läuft zumindest sportlich alles nach Plan, denn mit 10 Punkten Vorsprung als Spitzenreiter lässt es sich gut an der Tabellenspitze der Regionalliga Nordost leben. Doch eigentlich ist der Thüringer Verein chronisch krank –  die Fußball Spielbetriebs GmbH erwirtschaftete nämlich ein sattes Minus von 933 000 Euro. So berichtet die Otz:

(…) Laut Geschäftsführer Chris Förster besteht ein strukturelles Defizit in der Regionalliga. Aus den Zuschauereinnahmen seien pro Saison abzüglich der Spieltagskosten 225 000 Euro zu erwirtschaften. Dazu kommen 1,2 Millionen Euro aus dem Sponsoring und 150 000 Euro aus Fanartikeln. Mit Spieler­verkäufen und sonstigen Erlösen stehen maximal 1,7 Millionen Euro zur Verfügung (…)

Und genau da liegt der Knackpunkt momentan. Ein Aufstieg in die 3. Liga hängt immer am seidenen Faden. Am Ende der Meisterschaft im NOFV-Gebiet steht dann nämlich noch die nerven-beraubende Relegation, wo man auf einen gleichwertigen Gegner in Hin,- und Rückspiel trifft. Und dieser Tanz auf der Rasierklinge  hat dann eine Gewinnwahrscheinlichkeit von gerade mal 50 Prozent. Gut für echte Hardcore-Glücksspieler  – für jeden soliden Manager mit Verantwortung für den Verein allerdings eher zum Haare raufen.

Ernst-Abbe-Sportfeld-Haupttribüne

Fazit: Sollte der Aufstieg in dieser Saison nicht gelingen, könnte der FC Carl Zeiss Jena also statt geplanten Aufstieg in den Profifußball am Ende mit Zwangsabstieg in noch niedrigere Gefilde des Verband-Fußballs konfrontiert werden. Der FCC würde für viele Jahre in der Versenkung verschwinden. Und schon oft sind genau unter diesen Voraussetzungen große Vereine in der Bedeutungslosigkeit verschwunden…