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Stress auf dem Kiez: So reagieren Dresden und St. Pauli

St. Pauli Dynamo Dresden Auseinandersetzungen

Am Millerntor kam es zu Ausschreitungen - wie reagieren die Clubs? // Shutterstock.com

Spielerisch war das Gastspiel von Dynamo Dresden mit einem 0:0 gegen den FC St. Pauli am letzten Spieltag kein echtes Highlight. Allerdings war im Vorfeld schon klar, dass es auf den Rängen vermutlich nicht ganz so ruhig bleiben wird. Nicht umsonst wurde diese Begegnung im Vorfeld wieder einmal als Hochrisikospiel bewertet. Trotz aller Maßnahmen konnten im Anschluss an die Partie aber Ausschreitungen nicht verhindert werden.

Die Suche nach den Gründen für die gewalttätigen Zusammenstöße zwischen den Dynamo-Anhängern und den Ordnern bzw. der Polizei läuft auf Hochtouren. Aber wie sieht es mit den beiden Vereinen aus. Wie reagieren diese mit etwas Abstand auf die Geschehnisse?

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Nach dem Abpfiff: Ausschreitungen bei St. Pauli gegen Dynamo Dresden

Mit 0:0 verabschiedete sich Dynamo Dresden nach seinem letzten Auswärtsspiel gegen den FC St. Pauli aus Hamburg in Richtung Sachsen. Unmittelbar nach Abpfiff kam es im Gästeblock allerdings zu einer Außeinandersetzung zwischen Teilen der Dynamo-Anhänger und den Ordnern bzw. der Polizei. Diese verliefen durchaus heftig und brachten am Ende zwölf verletzte Ordner und sechs verletzte Polizisten hervor. Diese wurden offenbar von Dynamo-Fans angegriffen, die versuchten, in den Block der St. Pauli-Anhänger zu gelangen. Im weiteren Verlauf prallte zudem eine Leuchtrakete aus dem Dynamo-Block gegen das Stadiondach und anschließend in die Fans der Hamburger. Doch was waren die Gründe für die Ausschreitungen?

Dresdner Anhänger erklären, dass sie während der Partie mit Bechern voller Urin von den St. Pauli-Fans beworfen wurden. Dies sei der entscheidende Auslöser gewesen, dass der Block verlassen werden sollte. In der Tat ist auf Fernsehbildern und Aufnahmen zu sehen, dass zahlreiche Bierbecher in den Dresdner Block geworfen wurden. Der Inhalt allerdings lässt sich im Nachhinein nur schwer überprüfen. Wie die Hamburger „Mopo“ berichtet, kann der Vorwurf weder von der Polizei noch vom FC St. Pauli bestätigt werden.

Bomben-Aufkleber im Vorfeld verteilt?

Neben den Urin-Bechern soll es noch weitere Auslöser für den geplanten Blocksturm gegeben haben. So kursieren Meldungen, dass die St. Pauli-Fans im Vorfeld der Partie Aufkleber verteilt haben, auf welchen die Bombardierung Dresdens als freudiges Ereignis bezeichnet wurde. Die Aufkleber erinnern damit stark an die Spruchbänder einiger St. Paulianer, in denen in der Vergangenheit ebenfalls auf die Bombenangriffe eingegangen wurde. Die „Mopo“ spricht im Zusammenhang mit den Stickern von alten Stickern, die auch nicht im Vorfeld der Partie in den Umlauf gebracht wurden. Fest steht allerdings offenbar, dass es diese Sticker gibt. Das Alter spielt angesichts der fürchterlichen Symbole auf den Stickern eigentlich keine Rolle. Zudem wurden Fotos der Sticker offenbar kurz vor der Partie im Internet verbreitet. Auch das war zusätzliches Öl im Feuer.

Abgesehen von den Auseinandersetzungen mit den Ordnern und der Polizei sind die Dynamo-Anhänger allerdings wieder einmal im Sanitärbereich negativ auffällig geworden. Der wird nahezu bei jedem Duell auf dem Kiez in seine Einzelteile zerlegt. Auch am letzten Wochenende soll der Sanitärbereich wieder vollkommen verwüstet worden sein.

Reaktion: Dresden möchte Vorfälle für Analyse mit Fans besprechen

Eine Reaktion von Dynamo Dresden zu den Geschehnissen steht derzeit noch aus. Der Club teilte aber unmittelbar nach der Partie mit, dass man sich erst einmal mit den Fans austauschen wolle. Im Anschluss daran ist eine Reaktion zu erwarten. Beim FC St. Pauli war man deutlich schneller. Der Verein aus Hamburg teilte in einer Stellungnahme mit:

“Der FC St. Pauli verurteilt die Ereignisse rund um das gestrige Heimspiel gegen Dynamo Dresden (…). Diesen Ereignissen gingen Provokationen beider Seiten voraus. Die durch die Medien aufgegriffenen Aufkleber mit verhöhnender Darstellung von Bombenangriffen sind mit den humanitären Grundsätzen des Vereins nicht vereinbar. Keine dieser Provokationen rechtfertigt jedoch die Anwendung körperlicher Gewalt und die Inkaufnahme von Verletzten. Der FC St. Pauli bedankt sich für das konsequente Einschreiten der Ordnungskräfte und wünscht allen Verletzten gute und baldige Besserung!

Was geschieht jetzt?

In den kommenden Tagen und wohl Wochen dürfte man auf Seiten der Dynamos damit beschäftigt sein, die betreffenden Anhänger ausfindig zu machen. Je nach beweisbarem Material dürfte die Randalierer ein Stadionverbot erwarten. In wie weit diese wirklich identifiziert werden können, bleibt aber erst einmal abzuwarten. Zudem gilt es als sicher, dass das Sicherheitskonzept rund um diese Partie in Zukunft noch einmal überarbeitet wird. Mindestens unglücklich war der geringe Abstand zwischen den Pauli-Fans und den Dynamo-Anhängern, der die beidseitigen Provokationen verschärft haben dürfte. In Zukunft werden zwischen den Fanlagern vermutlich wesentlich größere Abstände umgesetzt.

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