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Eine subjektive Sichtweise unserer Ostvereine sowie Ostclubs

Kategorie: Fanprojekte

Solidarität mit Fanprojekt Dresden

Fans zeigen sich solidarisch mit Dresdner Fanprojekt

Nachdem die Polizei das Fanprojekt Dresden e.V. vergangene Woche durchsucht hatte, gab es nun am Wochenende überall in Deutschland solidarische Spruchbanner in den deutschen Stadien. Zuvor hatte sich FANPROJEKT DRESDEN E.V. zu Wort gemeldet und Rechtsmittel gegen die Hausdurchsuchung eingelegt:

Das Fanprojekt Dresden verfolgt mit seiner Tätigkeit die Entwicklung und Verstetigung einer auf „Fair Play“ basierenden Alltags- und Fankultur. Nachhaltige pädagogische Arbeit kann nur dann funktionieren, wenn sie in einem geschützten Rahmen stattfinden kann. Aus Vertraulichkeit kann so Vertrauen wachsen. Die kritische Auseinandersetzung mit Fehlverhalten, aber auch die Stärkung von positiven Kräften erfordert darüber hinaus ein hohes Maß an Sensibilität und Nähe zu unserer Zielgruppe, allen jugendlichen Fußballfans. Unsere Arbeit ist gesetzlich definiert, Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit nach den Paragrafen 11 und 13 im Sozialgesetzbuch Acht sind vom Staat zu leisten. Diese Aufgabe übernimmt das Fanprojekt Dresden e.V. und erfüllt damit einen öffentlichen Auftrag. Es ist ebenso Auftrag unserer Einrichtung, jugendliche Fußballfans in schwierigen Phasen zu begleiten und zu unterstützen. Auch den jetzt beschuldigten Fußballfans stehen wir daher vollumfänglich zur Seite. (fanprojekt-dresden.de)

Folgende Spruchbänder wurden unter anderem gezeigt:

– “Von Dresden bis zum Kosovo. Freiheit für die Ultras Dynamo”
– “Wer pädagogische Zentren stürmt – nimmt in Kauf, dass sich auch die nächste Generation erzürnt!!!!!!!”
– “Fußballfans als Staatsfeind Nr. 1”
– “Fanprojekte achten und schützen!”
– “28 Betroffene – alle sind gemeint! 100 % Solidarität”
– “Wenn hier einer Ultras Dynamo auflöst, dann sind wir das!” (siehe Foto)

Fanprojekt Halle: Stellungnahme der aktiven Fanszene

HFC-Fans kein Vertrauen mehr zur Stadt Halle

Wir dokumentieren die Stellungnahme:

(…) Wir begrüßen die Entscheidung des DFB sehr, die Förderung unter städtischer Trägerschaft zu verwehren, und stattdessen einen freien Träger für den Wiederaufbau zu suchen. Das Vertrauen zwischen Stadt und HFC-Fans war und ist durch die Art und Weise der Absetzung des Fanprojektleiters und dem daraufhin seitens der Stadt verwehrten Dialog unwiederbringlich zerstört. Für eine gut funktionierende soziale Jugendfanarbeit ist jedoch das Vertrauen und der Dialog auf Augenhöhe der wichtigste Baustein. Leider hat man im Rathaus bis heute nicht verstanden, was Fanprojektarbeit bedeutet. Dies untermauerte die Aussage von Herrn Paulsen: „Es ist bedauerlich, dass der Boykott gerade von denjenigen Fans ausgeht, die nicht Zielgruppe des Projektes sind.“

Es bleibt die erschreckende Erkenntnis, wie der Oberbürgermeister als Einzelperson die gut funktionierende Fansozialarbeit von 10 Jahren per Handstreich zerstören konnte. Es zeigt aber auch, wie wichtig es ist, das Fanprojekt einem freien Träger zu übergeben, um politische Machtspiele in diesem Bereich zu vermeiden.

Wir hoffen, dass der DFB gemeinsam mit den anderen Fördermittelgebern und unter Einbindung der Fanszene einen freien Träger findet, um die ausgezeichnete Arbeit des Fanprojektes in Halle fortzuführen. Wir hoffen auch, dass die Mitarbeiter des alten Fanprojektes dem neuen Fanprojekt positiv gegenüber stehen und bedanken uns abermals für die jahrelange gute Zusammenarbeit.

HFC-FANKURVENRAT
HFC-Fanszene e.V.
Saalefront-Ultras (…) [fankurvenrat]

Profans Kommentar auf DFL Aussagen

Kampfansage in den Kurven angenommen

So zumindest kann man wohl den Kommentar des Fan-Bündniss “Profans” auf die Aussagen des DFL Boss vergangene Woche verstehen. “Totengräber des Fußball” und “Asozial” bezeichnete Seifert demnach die Ultras in den Stadien. Und das solche Statements aus dem so fernen Frankfurt nicht lange mit Antworten auf sich warten lassen, sollte dabei Jedem klar sein. 

Stellungnahme Profans: 

ProFans - OHNE UNS KEIN KICK!

(…) Welches Kalkül wirklich hinter den primanerhaften Aussagen einiger Funktionäre steckt, wissen wir natürlich nicht, wundern uns allerdings, wenn einige Funktionäre nach gängigen Stadion-Schmähgesängen öffentlich den moralischen Zeigefinger heben und ihrerseits Fußballfans als „Schwachmaten“ oder „Idioten“ schmähen. So richtig humorvoll allerdings wird es, wenn die Altvorderen von DFB und DFL auf die Bühne treten und Äußerungen von Fankurven „missbilligen“ und „verachten“. Die Herrschaften aus der Abteilung „Wie kaufe ich am besten eine Großveranstaltung nach Deutschland, um noch mehr Kohle aus der Fußball-Piñata rauszuschlagen“ möchten uns also etwas von „juristischen Grenzen“ und „sozialem Miteinander“ erzählen. Da lacht das Volk, da tobt der Saal und will das Ganze noch einmal! Während das Sportgericht schon die nächsten unverhältnismäßigen Strafen auswürfelt, die Vereine den entsprechenden Druck auf die Fans mittels überzogenen Repressionen weiterleiten und die aufgestachelte Öffentlichkeit verbal auf die Fankurven einprügelt, werden mal wieder Maßnahmen gegen Fußballfans gefordert, die an der Rechtsstaatlichkeit komplett vorbei gehen (…)

Was ist Profans?

“Das unabhängige Bündnis „ProFans“ sieht sich als bundesweite Interessenvertretung für aktive Fan- und Ultragruppen in Deutschland. Das vordergründige Ziel der gemeinsamen Arbeit ist der Einsatz zum Erhalt der Fankultur, die uns allen am Herzen liegt.”

[profans.de]

Mit Stasi-Methoden gegen Leipziger Fanprojekt

Schnüffelei, Abhören und Bespitzelung in Sachsen

Vor noch nicht zu langer Zeit gab es einen Mann mit Namen Erich Mielke. Er war einer der Hauptverantwortlichen für den Ausbau des flächendeckenden Kontroll-, Überwachungs- und Unterdrückungssystems in der DDR. 1989 wurde er u. a. wegen Machtmissbrauchs verhaftet. Doch sein geistiges Erbe scheint zumindest in Sachsen immer noch weiter zu leben. 

So berichtet die Taz ganz aktuell:

(…) Gegen 14 Personen aus Leipzig hat die Generalbundesanwaltschaft Dresden, die höchste Anklagebehörde in Sachsen, drei Jahre lang wegen des Tatbestands „Bildung krimineller Vereinigungen“ ermittelt. Sebastian Kirschner, ein Mitarbieter des Fanprojekts Leipzig, zählt zu diesem Personenkreis.

Erfahren hat Kirschner davon, weil das Verfahren aus Mangel an Beweisen eingestellt wurde und die staatlichen Behörden ihrer Informationspflicht über die Schnüffelei nachgekommen sind: Sie hatten über ein Vierteljahr das Handy sowie den Mailverkehr von Kirschner überwacht. Obendrein wurde aus dem Team des Fanprojekts eine weitere nicht in das Verfahren involvierte Person abgehört. Tausende Gespräche mit Fans, Netzwerkpartnern und Journalisten wurden aufgenommen und protokolliert.

Aus den Akten konnte Kirschner entnehmen, dass ihm nicht die Beteiligung an Verbrechen vorgeworfen wurde, sondern schlicht die Ausübung seiner Arbeit. Er sei Teil einer kriminellen Struktur, wurde aufgeführt, weil er für Chemie-Fans den Transport zu Auswärtsspielen und auch rechtliche Beratung organisiere. Auch die Bildungsfahrt mit Fans in den sächsischen Landtag, die unter seiner Leitung stattfand, wird als Beleg für die kriminelle Energie von Kirschner aufgeführt (…) [taz.de]

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